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Sportliche Verdienste

Artikel aus dem Höchster Kreisblatt vom 20.12.2014:

Landrat Michael Cyriax überreichte dem Flörsheimer Ausnahme-Läufer das Bundesverdienstkreuz

Klaus Wagners sportliche Betätigung tut nicht nur ihm selbst gut. Der Flörsheimer hat Extrem-Läufe gewonnen, deutsche Meistertitel eingesammelt und sich über Jahre fit gehalten. Ein Teil seines sportlichen Eifers stellte der begeisterte Läufer, der morgen 72 Jahre alt wird, aber immer in den Dienst anderer: Wagner trainierte den Nachwuchs, half bei der Organisation von Sportveranstaltungen und organisierte Benefizläufe für die Suchtprävention und die Parkinsonhilfe. Für sein „vorbildliches Engagement im Bereich des Sports“ erhielt er in dieser Woche von Landrat Michael Cyriax (CDU) die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Früh angefangen

Angefangen hat Klaus Wagner beim Schülerhandball des TV Hattersheim. Im Alter von 13 Jahren gründete er eine Mannschaft, die er bis zur Süddeutschen Vize-Meisterschaft führte. Später engagierte er sich über zehn Jahre lang erfolgreich als Trainer und Betreuer beim Flörsheimer SV 09. Gemeinsam mit seiner Frau Moni leitete er die Gründung einer Damenfußball-Mannschaft in die Wege. Dass er selbst nie Fußball spielte, hinderte Klaus Wagner nicht daran, Schülermannschaften des SV 09 zu trainieren. Dabei habe die Taktik auf dem Spielfeld keine so große Rolle gespielt. „Die Kinder wollten einfach Fußball spielen“, betont der Flörsheimer.

Die Berufung, die ihn bis heute begleitet, fand Wagner 1982. Damals begann er das Laufen beim LC Rüsselsheim. Darüber hinaus organisierte er zusammen mit Frau und Sohn Olaf den Getränkeverkauf im Rahmen des Lindseelaufs. Aus der anfänglichen Hilfe wurde schnell mehr: Wagner leitete die Rüsselsheimer Lauf-Serie schließlich 15 Jahre lang als Verantwortlicher.

Mittlerweile hat der Ausdauersportler viel Erfahrung in der Planung von Laufveranstaltungen gesammelt. Wenn einer weiß, worauf es bei Langstreckenläufen ankommt, dann er: Wagner errang 60 Hessenmeistertitel sowie acht deutsche Meisterschaften und durfte sich einmal Vize-Weltmeister über die Distanz von 25 Kilometern nennen. Außerdem siegte er beim Honolulu Marathon auf Hawaii und beim „Two Ocean Lauf“ in Südafrika. 2001 bat der Main-Taunus-Kreis den Flörsheimer Spitzenläufer, ein Laufveranstaltung für die MTK-Stiftung auf die Beine zu stellen – damit war der Regionalparklauf geboren.

Es sei schwierig gewesen, eine Strecke zu finden, die an vielen Sehenswürdigkeiten der Rundroute vorbei führt, erinnert sich Wagner. Heute ist die Strecke des jährlichen Laufs fest ausgeschildert. „Ich wollte, dass das eine Trainingsstrecke wird“, sagt Klaus Wagner. Die Verantwortung für den Regionalparklauf hat er mittlerweile abgegeben, als Helfer ist der erfolgreiche Sportler aber immer noch dabei. Ganz abgeben will er die Veranstaltung nicht. „Das ist mein Lauf“, betont Klaus Wagner.

Die Mühe lohnt sich

Noch schwieriger als ein großer Rundlauf, sei die Organisation eines 24-Stunden-Benefizlaufes. Wagner hat zwei solcher Tagesveranstaltungen auf die Beine gestellt – einmal zugunsten der Suchtprävention und einmal für die Parkinsonhilfe. Die größte Hürde sei es, Helfer zu finden. Doch die Mühe lohnt sich: „Es ist der schönste Dank, wenn man im Anschluss mit den Parkinson-Betroffenen zusammen sitzt und die glücklichen Gesichter sieht“, sagt Wagner. Sein jüngstes Projekt ist der Lauf auf der Rhein-Main-Deponie, den er seit zwei Jahren organisiert. Eine fünf Kilometer lange Runde führt über Steigungen, Gefälle und ein Schlammloch. „Ich verlange von keinem anderen etwas, das ich selbst nicht will“, beschreibt der Läufer seine Philosophie. Den Deponie-Lauf will Wagner noch so lange leiten, bis sich die Veranstaltung fest etabliert hat.
(sas)
FM