LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Zwei bemerkenswerte Athleten

Artikel aus dem Höchster Kreisblatt vom 29.12.2012:

Befindet sich derzeit in Tampere: Silke Pufahl von der LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain Foto: Görlitz


Pufahl und Engelmann
stellten starke Bestleistungen auf




Seit einigen Jahren wählt der Vorstand des Kreises Main-Taunus den "Leichtathleten des Jahres". Erstmals hat sich das Gre- mium nun dazu entschieden, 2012 zwei Sportler zu ehren.

Die Sprinterin Silke Pufahl (23) von der LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain und der 24-jährige Zehnkämpfer Jens Philipp Engelmann (LG Stadt Hattersheim) wurden ausgewählt. Die Leistungen beider Athleten in der beiden abgelaufenen Saison waren beide herausragend. Deswegen gibt es dieses Jahr erstmals sowohl die "Leichtathletin des Jahres " als auch den "Leichtathleten des Jahres".



Im hohen Norden trainiert und studiert die beste Sprinterin des Kreises


Nicht in ihrer Heimat, sondern im finnischen Tampere hält sich Silke Pufahl derzeit auf. "Ich mache hier gerade ein Auslandssemester – Spezialgebiet Biomaterialien", erklärt die 23-Jährige, die mit der abgelaufenen Saison äußerst zufrieden sein konnte.

"Es hat mich gefreut, über 100 bis 400 Meter Bestleistungen aufgestellt zu haben. Zudem konnten wir mit der Staffel die 48-Sekunden-Marke unterbieten", erläutert Pufahl, "vor allem die Zeit über 200 Meter und die damit verbundene Qualifikation für die deutschen Meisterschaften waren für mich Höhepunkte, aber auch die 400 Meter und die Staffel."

Bescheiden ausgedrückt von der Studentin: Diese Bestleistungen bedeuteten drei neue Kreisrekorde. Nachdem Pufahl 2011 neue Kreisrekorde aufgestellt hatte, verbesserte sie diese noch einmal deutlich. 24,33 Sekunden über 200 Meter und 55,52 Sekunden über 400 Meter bedeuteten neue Bestmarken. Über 100 m verfehlte sie in 12,10 Sekunden den 20 Jahre alten Kreisrekord von Nicole Gerner (12,07) nur knapp.

Zusammen mit den Staffelkolleginnen von der LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain gab es neben dem dritten Kreisrekord zwei Hessentitel über 4 x 200 m in der Halle und über 4 x 100 m auf der Bahn. 47,63 Sekunden – das bedeutet Platz eins in Hessen und Rang 24 in Deutschland. Über 400 Meter konnte sich Pufahl bei den Hessenmeisterschaften in Friedberg dann auch einen Einzeltitel mit 55,84 Sekunden holen, nachdem sie in der Halle noch Zweite geworden war.

Die Vorbereitungen auf die nächste Saison gestalten sich im winterlichen Finnland etwas schwieriger als gewohnt: "Die Leichtathletikhalle in Tampere war eine Weile geschlossen. Bei minus zehn Grad Außentemperatur konnten wir auch draußen nicht laufen", erzählt die 23-Jährige. Inzwischen trainiert sie vier bis fünf Mal die Woche, "aber anders als zu Hause", wo es eine Mischung aus Lauftraining und Krafttraining gibt. "Gerade im Kraftbereich habe ich noch Defizite", sagt Pufahl, die als Ziel für 2013 die erneute Qualifikation für die deutschen Freiluft-Meisterschaften ausgibt. "Gerne auch schon in der Hallensaison, zudem möchte ich mich über 200 Meter und 400 Meter noch mal verbessern. Je nach Saisonverlauf probiere ich vielleicht dann auch mal ein Rennen über die 400 Meter Hürden."

"Über die Wahl zur Leichtathletin des Jahres habe ich mich sehr gefreut, aber gerade mit unserer Trainingsgruppe hatte ich auch immer viel Spaß dabei. Daher danke ich auch meinem Trainer Jochen Dittombee für die Unterstützung", erklärte Pufahl.

Ohne Musik geht nichts


Er ist in Hessen der Mann hinter den Frankfurter Olympioniken Pascal Behrenbruch und Jan-Felix Knobel. Ohne Musik geht bei ihm gar nichts: "Die Kopfhörer sind immer dabei."

Inzwischen ist es schon ein gewohntes Bild, wenn sich Jens Philipp Engelmann mit Musikunterstützung warm macht. Der 24-Jährige von der LG Stadt Hattersheim wurde nun zum "Leichtathleten des Jahres" im Main-Taunus-Kreis gewählt. Ein verdienter Erfolg, konnte sich Engelmann zum zweiten Mal in Folge den Hessenmeistertitel im Zehnkampf sichern.

"Die Saison war für mich eine Achterbahnfahrt. Mit meinem Ergebnis von 6438 Punkten bei den Hessenmeisterschaften war ich überhaupt nicht zufrieden. Bei den deutschen Meisterschaften konnte ich über 500 Punkte drauflegen und mit insgesamt 6951 Punkten eine neue Bestleistung aufstellen", resümiert der Hattersheimer.

Knapp unter 7000 Punkten

Der zwölfte Rang und ein neuer Kreisrekord waren der Lohn. Die Stärken des gebürtigen Cloppenburgers, der mit 16 Jahren auf das Sportinternat Bad Sooden-Allendorf und 2010 nach Hattersheim wechselte, liegen im Wurfbereich. Mit dem Speer reichte es nach dem Sieg im Vorjahr mit 62,45 Metern zu Rang drei bei den Hessenmeisterschaften der Spezialisten. "Die Läufe sind in Ordnung, aber im Sprungbereich sehe ich Luft nach oben. Das gilt aber für alle Disziplinen. Nächstes Jahr möchte ich natürlich die 7000er-Marke knacken und damit bei den deutschen Meisterschaften in die Top 10 kommen", hat der Sportstudent große Ziele.

Viele Ortswechsel

Zehn Disziplinen – da gibt es Menge zu trainieren: "Neun bis zehn Einheiten an unterschiedlichen Orten kommen da die Woche zusammen. An der Uni Frankfurt absolviert er Stabhochsprungtraining mit Hartmut Christ, Sprints und Sprünge in der Gruppe des TV Okriftel unter Robert Schieferer und Manuel Odey, die auch mal in Kelsterbach oder Neu-Isenburg trainiert. Dazu kommt noch Speerwurftraining unter Francis Gross im Wurfzentrum Frankfurt.

Training und Entspannung

"Über die Wahl zum Leichtathleten des Jahres habe ich mich sehr gefreut. Schließlich habe ich dafür auch genug geschwitzt. Aber mein Dank gilt den oben genannten Trainern, ohne deren Unterstützung die Erfolge der vergangenen Jahre nicht möglich gewesen wäre und die mich auch immer wieder aufgebaut haben, wenn es mal nicht so lief", sagt Engelmann, der in seiner wenigen Freizeit sonst gerne mal ins Kino oder in die Therme geht.

Die Einzelleistungen des neuen Zehnkampf-Kreisrekordes: 100 m: 11,45 sec./Weitsprung: 6,67 m/Kugelstoß: 13,29 m/Hochsprung: 1,79 m/400 m: 50,42 sec./110 m Hürden: 15,53 sec. / Diskuswerfen: 44,79 m/Stabhochsprung: 3,80 m/Speerwerfen: 54,78 m/ 1500 m-Lauf: 4:56,26 min. (lhm)
FM