LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Hübner überrascht

Artikel aus dem Höchster Kreisblatt vom 29.6.2011:

Göltl nur über 200 m zufrieden, Pufahl mit Kreisrekord



Bei den deutschen Junioren-Meisterschaften in Bremen erfüllten sich nicht alle Hoffnungen der Teilnehmer aus dem Main-Taunus-Kreis und dem Frankfurter Westen. Zwei Medaillen gab’s trotzdem

Main-Taunus. Wenn das kein starker Auftritt war: Lisa Hübner überraschte die Konkurrenz und sich selbst und stürmte in neuer Bestzeit von 2:08,04 Minuten über 800 Meter auf Rang drei. "Es war einfach toll", freute sich die 21 Jahre alte Medizinstudentin aus Schwanheim. Schon im Vorlauf hatte sie ihre bisherige Bestleistung von 2:10,18 min. unterboten und sich "riesig gefreut" (Hübner), nicht nur im Finale zu sein, sondern auch schon die Qualifikation für die deutschen Meisterschaften der Aktiven Ende Juli in Kassel geschafft zu haben. Die Erleichterung darüber schien ihr die Beine gelockert zu haben. Im Finale jedenfalls hielt sie in einem langsamen Rennen in der ersten Runde prima mit und konnte in der zweiten, schnelleren Runde ihre zuletzt in etlichen Staffeln erprobte Sprintstärke ausspielen. Vor der für die LG Eintracht Frankfurt startenden Schwanheimerin waren im Ziel nur Anne Kesselring (LAC Quelle Fürth/2:05,92) und Hanna Klein (LCO Edenkoben/2:07,80).

Neues Ziel

Unter dem Strich war die wichtigste Erkenntnis für Lisa Hübner, endlich auf den 800 Metern angekommen zu sein. "Ich fühle mich jetzt wohl", sagt sie. Vergangene Saison hatte sie nach dem Wechsel von den 400 Metern auf die doppelte Distanz noch ein wenig zu kämpfen. Jetzt ist sie ihrem Trainer Ralf Schröder dankbar, sie immer wieder angetrieben zu haben. "Er hat immer an mich geglaubt." Bei welchen Wettkämpfen neben den deutschen Meisterschaften sie noch antreten wird, wird nach Absprache mit dem Trainer erst noch festgelegt, das nächste Ziel hat sich Lisa Hübner aber längst gesteckt: "Unter 2:08 in dieser Saison."

Nominierung

Eine Medaille gab es in Bremen auch für Felix Göltl von der TuS Kriftel. Silber über die 200 Meter (21,38 sek.) muss ihm aber fast ein wenig wie ein Trostpreis vorgekommen sein, nachdem er in seiner Paradedisziplin, dem 100-m-Sprint, im Finale einen Fehlstart verursacht hatte und disqualifiziert wurde. Göltl musste zusehen, wie sich Maximilian Kessler (SCC Berlin) in 10,66 sek. den Titel holte. Seinen Vorlauf hatte Göltl in 10,79 sek. gewonnen. "Die Pechsträhne reißt nicht ab", bedauerte Göltls Trainer Thomas Riehm. "Die 200 Meter waren zwar von der Zeit her ganz gut, aber alles in allem laufen wir noch unserer Bestform hinterher." Immerhin nominierte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) Felix Göltl als einen von sechs Läufern für die 4x100-m-Staffel bei der U 23-Europameisterschaft vom 14. bis 17. Juli in Ostrava (Tschechien). Am Donnerstag geht es aber erst einmal in die Schweiz, wo Felix Göltl seine Einladung wahrnehmen wird, am 100-m-Lauf bei Diamond-League-Meeting in Lausanne teilzunehmen. Trainer Thomas Riehm glaubt allerdings, dass sein Sprinter nach den letzten Leistungen im B-Lauf starten wird.

Ein ganzes Stück zufriedener mit ihren Leistungen in Bremen war Silke Pufahl. Die Sprinterin von der LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain (LG BSN) hatte auch mit den wechselhaften Bedingungen – Regen und Kälte am Samstag, Sonne und Wärme am Sonntag, sowie einige Windböen – zu kämpfen. Ihre Zeit von 12,54 sek., mit der sie im 100-m-Vorlauf ausschied, lag dennoch im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Ganz anders die 200 Meter. Als Hessenmeisterin der Frauen über diese Strecke hatte sich Pufahl nach einigen Gegenwindläufen in den vergangenen Wochen eine neue Bestzeit zum Saisonhöhepunkt ausgerechnet. Schon im Vorlauf gelangen ihr mit 24,81 sek. die neue Bestmarke und ein neuer Kreisrekord sowie mit Rang drei erstmals der Einzug ins Finale bei deutschen Meisterschaften. Und im Lauf der besten Acht setzte Silke Pufahl noch einen drauf: In 24,73 sek. verbesserte sie den Kreisrekord abermals, war im Ziel Sechste und damit äußerst zufrieden. Es siegte Katharina Grompe (Dortmund) mit starken 23,55 sek. vor Ruth Spelmeier (Oldenburg/23,99).

Staffel auf Rang fünf

Danach krönte Pufahl ihre Ergebnisse mit der 4x400-m-Staffel der LG BSN: Die deutlich verschärften Qualifikationsnormen hatten für einen direkten Finallauf gesorgt. Ziel von Pufahl und Co. war ein Platz unter den Top sechs. Nachdem Sarah Urban mit einem engagierten Lauf den Grundstein gelegt hatte, brachte Silke Pufahl auf der zweiten Position die Staffel auf Platz sechs. Ellise Meyer verfolgte die vor ihr liegende Konkurrentin hartnäckig, bevor Eileen Müller auf der Schlussrunde in der letzten Kurve die Staffel zu 4:03,79 min. auf Rang fünf lief – der bisher größte Erfolg.kes (kes)
FM