LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Neuenhain schaffte es beim Herbstmarkt in die Spitzengruppe der deutschen Städte

Artikel aus dem Höchster Kreisblatt vom 27.9.2010:

An 130 Ständen präsentierte sich der Stadtteil. Dabei ging es sportlich
und natürlich kulinarisch zu -- vom Apfel bis zur Auster.


Neuenhain. «Noch 40 Sekunden . . . noch eine halbe Minute. Wie viel kann
er noch drauflegen?» Die Stimme des Moderators überschlägt sich schier.
Tommi Mäkitalo läuft und läuft. Die Menschentraube vor der Bühne am
Dalles feuert ihn an. 2930 Meter schafft der 44 Jahre alte Läufer der
Leichtathletikgemeinschaft Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain (LG BSN) auf dem
Laufband. Ein wichtiger Beitrag für den Weg auf das Siegerpodest beim
Städtewettbewerb der Süwag. 21 Kommunen treten gegeneinander an. Alle
Blicke richten sich auf die Anzeigetafel, auf der die geleisteten
Strecken der Läufer, Ruderer und Radfahrer sofort addiert werden. Es
gilt Freiberg am Neckar zu schlagen, die Kommune, die bisher mit 320,594
Kilometer den ersten Platz einnimmt. Jeder der 140 Leute, die sich zum
Wettbewerb angemeldet haben, müssen zehn Minuten Einsatz bringen.


285 Kilometer



Sechs Stunden lang -- von 12 bis 18 Uhr -- läuft die Aktion. 90
Kilometer hatten die Neuenhainer bereits nach zwei Stunden zusammen. Am
Ende des Tages waren es knapp 285 Kilometer. Damit reichte es zwar nicht
auf das Podest, aber immerhin für den vierten Platz, und nach Schätzung
des TSG-Vorsitzenden Klaus Plösser kann die Vereinskasse somit um rund
2785 Euro aufgebessert werden. Das Geld soll für die Jugendarbeit, wie
Trainingslager oder ähnliches, verwendet werden. Dass die TSG von der
Süwag-Aktion profitiert, hat seinen Grund: Die Sportler sind in diesem
Jahr Herbstmarktpartner des Gewerbevereins, der den Markt bereits zum
18. Male organisiert hat.

Doch auch an anderen Plätzen auf dem Markt mit seinen 130 Ständen ist
viel guter Wille unterwegs. Die Obst- und Gartenbauern wollen mit dem
Erlös aus ihrer gut bestückten Tombola den Sodener Verein
«Menschenkinder» unterstützen. Für denselben Zweck pressen die
männlichen Vereinsmitglieder gleich nebenan ihre Äpfel aus und verkaufen
den frischen Süßen für 50 Cent den Becher. Gleich an zwei Ständen ist
der pensionierte Neuenhainer Pfarrer Klaus Spory aktiv. Um für die
Schwalbacher Tafel Geld aufzutreiben, haben er und sein Team 50 Kilo
Kartoffeln gepellt. Unter dem Motto «Ein Bratkartoffel-Verhältnis wärmt
Leib und Seele» bieten sie duftende Bratkartoffeln mit Essiggurke für
eine freiwillige Spende an. Zudem wirbt Spory für das Projekt
«Stehauf-Menschen». Einer Initiative der Evangelischen Familien- und
Erwachsenenbildung, die sich für Menschen einsetzt, die ihren Job
verloren haben. Und da man mit einem guten Zweck gleichzeitig für seinen
Neuenhainer Laden werben kann, kamen Sabine Gehner-Neumann und Anita
Buchner auf die Idee, einen Strandkorb für den Förderverein der
Drei-Linden-Schule zu verlosen. Trotz des kalten Wetters gingen die
Drei-Euro-Lose weg wie warme Semmeln. Und der eine oder andere Besucher
mag schon mit dem blau-weiß gestreiften Möbel geliebäugelt haben. Zumal
Gartenbautechniker Jürgen Stülb just daneben ein attraktives Arrangement
aus sprudelnden Basaltsteinen, eingerahmt von einer Mauer aus
Muschelkalk und Porphyr-Pflaster mit Palmen und blühenden Stauden,
geschaffen hatte. 40 bis 45 Stunden koste ihn der Auf- und Abbau vor der
Drei-Linden-Apotheke, verrät Stülb.

Etwas Ruhe



Wer vom Herbstmarkttreiben genug hatte, konnte sich im Bürgerhaus ein
wenig Ruhe gönnen und aufwärmen. Erstmalig stellten Künstler aus der
Partnerstadt Rueil-Malmaison hier ihre Arbeiten aus. Die
Verantwortlichen des IKUS waren rührig gewesen. Nicht umsonst wurde auch
ihr Stand in der Schulstraße wieder umringt. Neben den schon bekannten
Austern und dem Champagner der französischen Freunde gab es diesmal
zusätzlich noch hausgemachte Quiche Lorraine.
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