LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

„Brauni“ auf einer Deutschland-Tour der etwas anderen Art

Artikel aus dem Höchster Kreisblatt vom 30.06.2007:

Hattersheim. Gestern Meppen, heute Münster, am Dienstag ist Station in Frankfurt, und danach folgen noch einige hundert Kilometer, bis am 8. Juli München erreicht ist. Sieben Radfahrer sind unterwegs, um unter dem Motto „Be your own hero – jeder kann etwas tun“ auf den Kampf gegen Aids aufmerksam zu machen. Mit in dem Team, dass auf dem Fahrrad eine 4000 Kilometer lange Strecke in Form einer Aidsschleife durch ganz Deutschland absolviert: Michael Braun aus Hattersheim.

Der Läufer und Triathlet von der LG Bad Soden/Neuenhain sucht sich gerne immer wieder neue sportliche Herausforderungen. Vor zwei Jahren absolvierte der 43-Jährige in Frankfurt seinen ersten Ironman. Die 180 Kilometer, die er dabei auf dem Rad bewältigte, waren ein Klacks gegen das, was er in diesen Tagen mitmacht. Die erste Etappe dieser Deutschland-Tour der etwas anderen Art führte am 17. Juni gleich einmal über 240 Kilometer von Freiburg nach Saarbrücken. Am nächsten Tag waren es 210 Kilometer nach Stuttgart, und diesem Stil ging’s weiter. Nürnberg, Leipzig, Berlin, Hamburg, Bremen – um nur die großen Städte zu nennen – haben die wackeren Radfahrer schon hinter sich. Zwei Etappen täglich stehen auf dem Programm, und überall, wo sie Station machen, werben sie für den Kampf gegen Aids – mit Unterschriften-Aktionen, Interviews und Indoor-Cycling-Events. Für „Brauni“, wie der Hattersheimer von Freunden genannt wird, eine Ehrensache. „Ich finde es klasse, wenn ich mich mit einer sportlichen Leistung auch noch für eine gute Sache einsetzen kann“, sagt der Chemikant, der aus diesem Grunde auch so gerne beim HK-Kreisstadt-Lauf und beim Regionalparklauf mitmacht. Drei Wochen Urlaub hat er sich für die Aktion genommen, die von Joachim Franz organisiert wird. Der Extremsportler war schon mit dem Mountainbike in der Sahara, auf Steigeisen im Eis Kirgisiens und hat die legendäre Panamericana auf dem Fahrrad bezwungen, um weltweit das Thema HIV und Aids in den Blickpunkt zu rücken. Durch eine Freundin erfuhr Michael Braun von der Aktion. „Das hört sich gut an, das ist etwas Verrücktes“, habe er sich gedacht. Nach einem ersten Kontakt hat ihn Franz in das Team geholt, zu dem neben den Radfahrern auch zwei Dutzend Begleiter gehören. Ärztliche Versorgung ist ebenso garantiert wie persönlicher Zuspruch. Braun bekommt am Sonntag Unterstützung von seinem Bruder Thomas, der das Team bis zum Ziel am 8. Juli bei der ISPO-Messe in München begleitet. Zunächst aber hofft der Hattersheimer am Dienstag (3. Juli) viele Freunde zu treffen. Um 12 Uhr ist Station in Wiesbaden (Rathaus), um 17 Uhr wollen die Radfahrer ihre Tagesetappe im VW-Nutzfahrzeug-Zentrum in Frankfurt (Mainzer Landstraße) beenden. Dann wird „Brauni“ der 17. Tag in den Knochen stecken. Und wenn es geht, wird er durchhalten bis München, verspricht er: „Ich weiß, dass ich mich quälen kann. Für so einen Zweck ist es doppelt wichtig.“ Näheres zur Aktion im Internet: http://www.deutschland-setzt-ein-zeichen.de.


sg