LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Bahneröffnung – Vereinsrekord für m U 20-Staffel

Mit ihrer traditionellen Bahneröffnung stieg die LG BSN – zumindest mit dem Großteil der AthletInnen - in die Freiluft-Saison der Leichtathleten ein. Herrlichen Sonnenschein, aber leider auch meistens zu viel Wind gab es am Maifeiertag 2016 als Zutaten.
Der sonst von den Sprintern so sehr geschätzte Rückenwind wehte bis auf Ausnahmen viel zu stark, so dass die Leistungen nicht für Bestenlisten oder Qualifikationen taugten. Bei den Rundenläufen dagegen kam der Wind dann auf einer der Geraden mit umgekehrter Stärke von vorne und bremste heftig. Das hielt aber Lokalmatador Peter Oberließen und die 4x100m Staffel der m U 20 nicht davon ab, schon gleich zu Saisonbeginn mit neuen Rekorden kräftige Ausrufezeichen zu setzen. Peter Oberließens Versuch, einen neuen Weltrekord (M 55) über 800m zu laufen, war nach 2:03,17 min von Erfolg gekrönt (siehe gesonderten Bericht) und auch die guten Wechsel der Staffel mit Marius Moser, Milan Zengeler, Andrej Seifert und Kai Strauch mündeten mit 44,84 in einen neuen Vereinsrekord bei den m U 20, obwohl die Läufer bis auf Kai alle noch der U 18 Klasse angehören.

18 Vereine mit rund 160 Athletinnen und Athleten aller Altersklassen – und damit deutlich mehr als im vergangenen Jahr - hatten den Weg zum Sauerborn gefunden, um in den verschiedenen Laufstrecken eine erste Standortbestimmung nach dem Wintertraining vornehmen zu können. Die LG-AthletInnen waren in großer Zahl am Start und die Ergebnisse können sich insgesamt trotz der vom Winde verwehten Sprintzeiten durchaus sehen lassen.

Stärkste Disziplin der LG-Läufer waren die 100m, die von Steffen Trenk (Männer), Kai Strauch (U 20), Milan Zengeler (U 18), Vincent Pruy (U 16), Helena Broj (w U 18) und Naomi Heidrich (w U 20) gewonnen wurden. Milan und Naomi gewannen zudem noch die 200 sowie Helena die 400m in ihren jeweiligen Altersklassen. Weitere Einzelsiege gab es für Andrej Seifert über 400m (m U 18), Vivien Wagner über 400m (w U 20) sowie für Sebastian Bienert und Petra El Alami über 3000m (M+F) – und natürlich Peter Oberließen über 800m. Siegreich waren auch die 4x100m Staffeln der Männer und Frauen, der m U 20 und der m U 16.

Die 4x100m Staffel der U 20 unterbot die 6 Jahre alte Bestmarke von Fabian Hromadka, Steffen Trenk, Kilian Gautsch und Constantin Jost (45,86) um beträchtliche 1,02 sec. Einträge in die Top 10 der Vereinsbestenliste holten sich neben der 4x100m U 20-Staffel die m U 16-Staffel (48,34 – Platz 2), Andrej Seifert über 400m der U 18 (55,64 – Platz 9), Helena Broj über 400m der w U 18 (63,48 – Platz 7), Till Müller über 800m der M 13 (2:31,30 – Platz 3), Petra El Alami über 3000m der Frauen (12:33,88 – Platz 10) sowie die 4x100m Staffel der Männer (44,02 - Platz 10). Wie man sieht, alles Disziplinen, für die der Windmesser keine Rolle spielte.

Schauen wir uns aber trotzdem einmal die Sprintresultate an, auch wenn viele, viele vom Winde verweht wurden und daher für die Bestenlisten leider nicht berücksichtigt werden können. Es gibt einige - teilweise recht vage - Berechnungen, wie sich der Rückenwind (RW) zeitlich auswirkt. Natürlich muss man immer den Geschwindigkeitsbereich berücksichtigen, in dem sich ein Läufer bewegt (bei 100m z.B. im 11er oder 12er-Bereich) oder sein Gewicht. Aber um in etwa einen Anhaltspunkt zu haben, kann man davon ausgehen, dass ein Rückenwind von 1 m/s einen Zeitvorteil von plus/minus 5 Hundertstel Sekunden bedeutet.

Wenn wir uns jetzt einige Sprintzeiten vom 1.5. betrachten, dann können wir schon eine Einordnung vornehmen. So hatte Kai Strauch (U 20) bisher eine Bestzeit von 11,61. Jetzt ist er 11,28 bei +2,3 gelaufen. Bricht man die Zeit jetzt unter Zuhilfenahme der o.g. Formel runter, so hat Kai einen RW-Vorteil von 1,5/100, d.h. seine Zeit ohne den unzulässigen Teil des RW läge bei etwa 11,30. Selbst bei allen Ungenauigkeiten derartiger Formeln wird deutlich, dass Kai sich deutlich verbessert hat. Und diese verbesserte Grundschnelligkeit wird ihm dann, wenn es auf seiner 400-Strecke ernst wird, wohl zugutekommen.

Einige andere 100m-Beispiele, bei denen der - teilweise nur geringfügig - unzulässige RW wahrscheinliche PB verhinderten:
Helena Broj 13,47 (2,1) - PB 13,68; Andrej Seifert 11,89 (2,1) – 12,54; Milan Zengeler 11,70 (2,3) – PB 11,94 - und 200m: 23,48 (2,7) – PB 24,31; Daniela Feldhaus-Posada 14,12 (2,7) – 14,70; Vincent Pruy 11,91 (3,7) – 12,30 oder Leo Kohlhepp 12,54 (3,7) – 12,97. Alle Genannten können schon davon ausgehen, dass sie bei nächster Gelegenheit auch regulär ihre PB verbessern werden.

Insgesamt war es eine sehr gelungene, stimmungsvolle Veranstaltung – mit der besonderen Zutat eines Weltrekordes. Und auch die reichhaltige Kuchentheke, die viele LG –Vereinsmitglieder mit einer großen Vielfalt bestückt hatten, trug dazu bei. Und der Wind? Ja, der Wind – er erinnerte uns immer wieder daran, dass Leichtathletik im Sommer eine Freiluftveranstaltung ist.

FM