LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

LG BSN-Vereinsrekorde 2015

Die quantitative Bewertung von Vereinsrekorden (VR) ist nicht immer ganz aussagkräftig (gilt auch für Kreisrekorde). Es gibt Jahre, da steigt die Zahl schlagartig an, aber nur, weil es z.B. Staffeldistanzänderungen (3x800m bei den Schülern statt 3x1000m), oder Gewichtsänderungen (z.B. 3 statt 4kg bei w U 18) oder neue Kombinationen bei Blockmehrkämpfen gibt. Oder wie würdigt man Einzel- oder Staffelleistungen, wenn der eigene Rekord mehrfach verbessert wird? Bsp.: eine Staffel hat einen „Lauf“ und stellt im Vorlauf und Endlauf der Hessenmeisterschaften jeweils einen neuen Rekord auf, mit dem sie ihren eigenen Rekord von den Regionalmeisterschafen verbesserte. Lautet dann die Überschrift „Staffel stellt 2 neue Vereinsrekorde bei HM auf“? Oder wie werden Rekordeinstellungen gezählt?

Diese Konstellationen sollte man im Hinterkopf haben, wenn man versucht, die Zahl der VR in einer Saison einzuordnen und mit den Zahlen vergangener Jahre zu vergleichen.

Dies alles vorausgeschickt, haben wir in der Freiluftsaison 2015 wieder eine bunte Mischung von Rekorden in vielen Altersklassen erlebt. Das Schwergewicht lag wie meist in den letzten Jahren wieder auf den Läufen. Block Mehrkampf, Zehnkampf oder Ballwurf nehmen sich in der LG BSN fast ein wenig exotisch aus.

Überhaupt hat sich in den technischen Disziplinen z.B. der Männer in den letzten 20 Jahren wenig getan – die VR im Weit-, Hoch-, Drei- und Stabhochsprung datieren aus den Jahren 1988, 1985, 1988 und 2004, jene im Kugelstoß, Diskus- und Hammerwurf aus den Jahren 1996, 1996 und 1993. Bei den Frauen sähe es ähnlich aus, wäre da nicht Anne Reuschenbach, die in den letzten Jahren die VR im Stabhochsprung, Diskus-, Speer- und Hammerwurf an sich brachte. Auf sie kommen wir später noch zurück.

Luis Cuadrado war 2014 der letzte der einen VR aufgestellt hatte – am Nikolaustag 2014 über 10km der m U 18. Und er machte in 2015 auch den Anfang. Ende April lief er als erster überhaupt die 5000m bei der m U 20 und ist natürlich deshalb auch der erste Rekordhalter – 16:59,00 bei den Hessischen Meisterschaften in Eschwege. Der nächste Rekordläufer war Steffen Trenk. Er lief Anfang Mai bei der Bahneröffnung am Sauerborn 22,27 über 200m der Männer und war damit schneller als Alex Lierke im letzten Jahr (22,49). Anfang Juli dann – bei den süddeutschen Meisterschaften in Kaiserslautern - senkte die Bestmarke erneut, und zwar deutlich, auf 22,02.

Von den Einzelläufern zu den MehrkämpferInnen. Gleich zweimal verbesserte die Blockmannschaft der w U 16 die alte Punktzahl (5351 von Carla Peters, Helena Broj, Sarah Völkert - 1913). Erst Anfang Mai bei den Kreismeisterschaften in Bad Homburg auf 5582 Pkt (Eileen Kessler, Christina Richter, Carolin Winter), dann 14 Tage später bei den Regionalmeisterschaften in Friedberg deutlich auf 5804 Pkt (Hannah Müller, Christina Richter, Carolin Winter).

Jörn Kämpken hatte bereits im letzten Jahr als erster Athlet einen 10-Kampf bestritten und natürlich dabei auch die erste Vereinsbestmarke gesetzt. Nun wurde er im Mai nicht nur Regionalmeister, sondern verbesserte seine eigene Rekordmarke auf 4120 Pkt.

Genau einen Monat nach seinem 5000m-Rekordlauf war Luis Cuadrado erneut auf einer längeren Strecke rekordmäßig unterwegs. Beim Abendsportfest in Wiesbaden verbesserte er über 3000m mit 9:39,16 die alte Bestzeit von Dirk Radsziwill - 9:59,8 aus dem Jahre 1987 erheblich.
Am selben Abend in Wiesbaden stellte auch Kai Strauch den ersten seiner insgesamt 3 VR über 400m der m U 20 auf – 50,28. Später verbesserte er sich auf 50,20 (bei den HM in Gelnhausen) und dann auf fulminante 49,52 bei den U 23-SDM in Kassel (gleichzeitig auch Kreisrekord). Damit nicht genug. Auch über 800m, seiner zweiten starken Disziplin, knüpfte er nahtlos an seine 2014-Bilanz an. Er hatte seinerzeit in der U 18 Kategorie den VR bis an die 2 Min-Grenze geschoben – 2:00,83. Jetzt gelang Kai als erstem LG-Athleten, diese Schallmauer zu durchbrechen. Mit 1:59,14 setzte er im Juli als 3. der HM-Jugend in Gelnhausen die neue Rekordmarke.

Als nächste gingen die Staffeln auf Rekordjagd. Die Junioren (U 23) unter den Männern (Kai Strauch, Nico Best, Fabian Hromadka, Steffen Trenk) liefen in Heidelberg Ende Mai die Qualifikation über 4x100m für die U 23-DM und der Vereinsrekord von 42,97 war dabei sozusagen ein „Abfallprodukt“. Den alten hielten Sascha Turek, Steffen Trenk, Kilian Gautsch und Alex Lierke seit dem letzten Jahr mit 43,04. Bei den Hessischen Staffelmeisterschaften Anfang Juni in Viernheim gab es gleich 2 neue VR. Die U 20 Mädchen (Victoria Bruckert, Naomi Heidrich, Viktoria Hofherr, Natascha Seifert) liefen die 4x100m in 51,05 und blieben damit unter der Zeit des 2009-Quartetts Lisa Naumann, Ellise Meyer, Sarah Urban und Clara Steinebach (51,37).

Seit langen Jahren war auch wieder eine Männerstaffel über 4x400m unterwegs. Sie holte den Hessentitel in der neuen VR-Zeit von 3:22,94. Fabian Hromadka, Steffen Trenk, Alex Lierke, und Kai Strauch unterboten die alte Rekordmarke aus der Abteilung „uralt“ von Frank Wachendörfer, Ralph Kellner, Christian Haag und Jens Stauch aus dem Jahre 1997 (2:26,81) um rd. 4 Sekunden.

Und um die Staffelrekorde abzurunden – Constantin Hromadka, Joscha Kunstmann und Till Müller liefen bei den Regionalen Staffelmeisterschaften im Juli in Jügesheim mit über 3x800m neuen Kreisrekord ei der m U 14, der natürlich auch VR ist. Da alle drei erst 12 Jahre alt sind, dürfen sie ihre Rekordjagd auchim nchsten jar noch bei der U 14 fortsetzen.

Unser neuer Hessenmeister Vincent Pruy (M 14) lief bei seinem Blockfünfkampf in Fulda im Juni, der ihm die Hessenmeisterschaft brachte, die 80m H in der der neuen VR-Zeit von 11,60 und löschte damit die 11,92 von Nico Best aus 2008 aus der Rekordliste. Auch Charlotte Brühl gehört noch zur Schülerkategorie (W 13). Die wurfgewaltige Charlotte (auch KM im Speerwurf) warf den Ball im Rahmen der Kreis-MK-Meisterschaften in Schwalbach erst 39,50m (schon VR), dann bei den MTK-Schülermeisterschaften in Hofheim im Juli 41m weit – die erste im Verein, die die 40m-Marke übertraf.

Und noch zwei Schüler machten bei den Rekorden mit. Luis Lange (M 14) lief die 800m in 2:16,22 und löste Anton Selles letztjährige Zeit 2:20,07 ab. Luis hatte schon in der Klasse M 13 in 2014 zweimal die 800m-Bestmarken verbessert. Beim traditionellen Saisonfinale, dem Kreisvergleichkampf in Bruchköbel gelang es Till Müller nach der Sommerpause noch einmal richtig Gas zu geben und den alten 800m VR von Nils Siebeneicher aus 2013 um 2,5 sek auf 2:33,51 zu verbessern. Er steigerte dabe seine iegene PB um 11 Sek. Mit dieser Rekordzeit konnte er sich in der HLV-Bestenlsite auf Platz 7 schieben.

Manchmal verwundert es, warum sich in einigen Disziplinen noch nie LG BSN AthletInnen versucht haben. Beim verletzungsgefährdeten Dreisprung vielleicht nicht ganz so erstaunlich. Aber das hielt unsere vielseitigste Athletin Anne Reuschenbach nicht davon ab, sich bei Abendsportfest am 5. August 2015 in Pfungstadt auch einmal in dieser Disziplin zu versuchen. Dem Vernehmen nach unverletzt setzte sie mit 9,36 die erste Vereinsbestmarke. Auch in einer anderen Disziplin, dem Hammerwerfen, war sie vor ein paar Jahren die erste im Verein, die jemals das 4kg-Gerät in einem Wettkampf aus dem Ring schleuderte. Ihr VR – 33,41 aus 2013 (Turin) – ist zugleich auch noch KR. Anne war in diesem Jahr noch einmal mit VR und KR dabei – bei den Senioren-DM in Zittau stellte sie mit 2,70 ihren VR und KR im Stabhochsprung ein.

Eine Bestmarke eigener Art stellte Peter Conrad auf. Beim Abendsportfest in Trebur am 22. Juli lief er die selten gelaufene Meile in 4:46,45. Da die Meile keine offizielle Wettkampfdisziplin gem. DLO ist, wird für diese Strecke bei uns kein VR geführt. Es gibt aber im Anhang zur Vereinsbestenliste die Rubrik „sonstige Strecken“, in der auch die Meilendistanz zu finden ist. Peter ist hier jetzt Ranglistenerster. Bisher führte Stefan Brück seit 1988 die Liste mit 4:47,49 an.

Über Silke Dittombées Rekorde über 400m und 800m – sowohl KR als natürlich auch VR – wurde in dem Beitrag über die KR-Zwischenbilanz an dieser Stelle bereit berichtet.

Zählen wir zum Abschluss einmal durch: 29 VR in 2015. Wie die Zahl unter Berücksichtigung der eingangs gemachten Bemerkungen und Fragestellungen zustande gekommen ist, mag sich der geneigte Leser selbst zusammenreimen. Im Vorjahr waren es übrigens 20.

FM