LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

4x200m Staffel in Bestzeit zum Hessentitel

3/100stel Sekunden fehlten Alex Lierke am Doppelsieg bei den Hessischen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften, die am vergangenen Wochenende (16./17.1.16) in Frankfurt-Kalbach stattfanden. Fehlte ihm dieser Wimpernschlag am Sonnabend noch zum 400m-Titel bei den Männern, so wurde er dann am Sonntag mit Ermias Abrhaley, Steffen Trenk und Kai Strauch überlegen Hessenmeister in der 4x200m Staffel der Männer. Es war also wieder einmal eine Staffel, die der LG BSN einen Hessentitel bescherte.

Es war keine dieser dramatischen Staffelschlachten wie zum Beispiel im vergangene Jahr in Hanau, dafür aber eine beeindruckende Dominanz in einem Wettbewerb, in dem am Schluss für das LG-Quartett die neue Vereinshallenbestzeit von 1:30,34 auf der Anzeigetafel stand. Die Staffel der TSG Wehrheim und der LG Friedberg–Fauerbach landeten auf den Plätzen 2 und 3. Vor dem Rennen war eine knappe Revanche an den Friedbergern für die letztjährige überaus knappe Niederlage erwartet worden. Aber die glorreichen Vier der LG ließen von Anfang überhaupt keine Zweifel aufkommen und liefen wie entfesselt einen souveränen Start-Ziel Sieg heraus.

Der aus Eritrea stammende Startläufer Ermias Abrhaley hatte sich vorher über 60m der Männer gut „eingelaufen“. Am Schluss landete er im 60m-Endlauf mit 7,15 auf Platz 5 und stellte damit seine erst am letzten Wochenende an gleicher Stelle erzielte Bestzeit ein. Steffen Trenk, im letzten Jahr noch 4. über diese Strecke, ist noch nicht wieder im Bereich seiner Bestleistungen angelangt. Mit 7,33 war im Zwischenlauf Schluss. Aber in der Staffel deutete er dann an, dass er wieder zu alter Stärke zurückfinden wird. Er hat ja auch immer wieder mit Muskelproblemen zu kämpfen.

Wie schon eingangs erwähnt, verpasste Alex Lierke nur knapp den Titel über 400m. Schade, dass er nicht in denselben Zeitlauf wie der spätere Sieger gesetzt wurde. Im direkten Kampf hätte er vielleicht noch die fehlenden 3/100 sec rauskitzeln können. Seine Silbermedaille bei 11 Teilnehmern war die zweite Medaille für die LG. Die dritte steuerte überraschend Fabian Hromadka auf dem Bronzerang über 200m der Männer mit persönlicher Hallenbestzeit (23,14) bei. Über 60m wurde er in seinem Vorlauf wg. Fehlstarts disqualifiziert. So hatte er vielleicht noch ein paar Körner mehr in seinem Speicher. Mit seiner Zeit verbesserte er seine PB um 5,5 Zehntel. Es war eine kluge Arbeitsteilung unter den 200m-Läufern - Fabian lief nur Einzel und die Staffeljungs außer Ermias nur Staffel – am Ende standen alle auf dem Podest.

Am Podest vorbei, aber mit toller persönlicher Bestzeit lief Eileen Müller über 800m der Frauen. Eine Woche nach dem Hallensportfest in Frankfurt lief sie nach eine taktisch klugen Rennen mit 2:24,23 über die 4 Hallenrunden noch mal zwei Sekunden schneller – am Schluss Rang 4.

Platz 5 schließlich für die LG-Frauenstaffel über 4x200m, die mit der U 18-Jugendlichen Helena Broj, den beiden U 20 Damen Naomi Heidrich und Victoria Bruckert sowie der LG-Topsprinterin Silke Dittombée (sie hält alle Kreisrekorde von 100 bis 800m und dazu noch zwei Staffel-KR) antraten, ihren Zeitlauf dank Silkes fulminanter Runde sogar gewannen und am Schluss sich in einem starken Feld von 10 Mannschaften mit 1:49,09 sehr gut behaupten konnte. Hessenmeister wurde übrigens die Staffel von Eintracht Frankfurt in sehr prominenter Besetzung (u.a. mit der WM-Vierten von 2013 im Siebenkampf, Claudia Rath).

Einen starken Eindruck hinterließ auch Luis Lange. Der 15 jährige startete eine Kategorie höher im 800m-Lauf der U 18 Jugend. Er konnte sich dort bei starker Konkurrenz zwar nicht im Vorderfeld platzieren, lief aber neue Vereinshallenbestzeit (2:16,01) über diese Strecke in seiner Altersgruppe. Auch Milan Zengeler (U 18) lief mit 7,69 neue PB über 60m, kam aber dabei nicht über den Vorlauf hinaus. 60m-PB auch für Marius Moser (7,81), der als U 18 Jugendlicher bei den Männern startete. Ebenfalls bei den Männern über 60m (7,71) war Mark Hemrich am Start. Naomi Heidrich lief sich über 200m der Frauen in 28,07 für die Staffel warm. Vicky Bruckerts Warmlaufen für die Staffel beschränkte sich auf 60m, wo sie sich allerdings mit 8,47 gegenüber ihrer Leistung an gleicher Stelle vor einer Woche um fast 2/10 verbesserte.

FM