LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Hessen (2. Tag): Bronze und Kreisrekord über 800m für Silke Dittombée

Unverhofft kommt oft – sagt der Volksmund so manches Mal. Und so war es auch beim 800m Lauf der Frauen am 2. Tag der Hessischen Einzelmeisterschaften, der mit einem für die LG völlig unerwarteten Ergebnis endete. Silke Dittombée holte ihre zweite Medaille – sie sollte auch die einzige für die LG bleiben. Nicht nur der dritte Platz, sondern auch die Steigerung ihrer Bestzeit um rd. 8 sek. auf 2:15,87 war sensationell. Dabei sprang dann auch noch ein neuer Kreisrekord heraus. Am alten von Simone Bürgstein von der LG Eppstein-Hornau (2:17,85) haben sich rund 18 Jahre lang viele Läuferinnen die Zähne ausgebissen. Damit hält Silke bei den Frauen alle Kreisrekorde zwischen 100m und 800m und dazu noch mit der LG BSN die Rekorde in den 4x100m und 4x400m Staffeln.

So oft war Silke die 800m ja noch nicht im Wettkampf gelaufen – zuletzt im Winter in der Halle in Hanau mit immerhin 2:19,69. Nach der Meldezeit war sie auf Platz 9 und fand sich nach der ersten 400m Runde auf Platz 5 wieder. Dann überholte sie Nina Howorka aus Darmstadt anfangs der zweiten Runde, bevor im großen zwanzigköpfigen Starterfeld (2 Läufe)sie auf der Zielgeraden die Kronbergerin Anna Lisa Hawlitschek übersprintete und zur bronzenen Medaille lief.

Die Kombination 400/800m bei einer Meisterschaft zu bestreiten, ist reichlich ungewöhnlich. Meistens – so auch bei Silke und Milan Zengeler sowie Alex Lierke (s.u.) – werden die 200/400m bevorzugt. Die letzte bei der LG, die die 400/800m bei Meisterschaften an einem Wochenende erfolgreich in Angriff nahm, war Ellise Meyer. Bei den Hessischen B-Jugend-Meisterschaften 2010 lief sie in der Halle auf die Plätze 2 (400m) und 4 (800m), was sie im Freien dann exakt wiederholte. Im gleichen Jahr gewann sie später die 400m bei den A-Jugendlichen und landete 1 Tag später auf Platz 8 über 800m.

Einen Tag nach den 1500m lief Eileen Müller erneut auf Platz 13, diesmal über 800m. Nach ihrer vierwöchigen Verletzungspause war die neue Saisonbestzeit von 2:26,01 ein weiterer Lichtblick zurück zu alter Stärke.

Im 200m-Lauf der Männer war die LG gleich dreifach vertreten. Der 6. über 100m, Fabian Hromadka, war nicht am Start und auch Kreismeister Nico Best musste verletzungsbedingt absagen. Steffen Trenk hatte sich über 200m in starken 22,74 trotz -1,2 Gegenwind für das Finale qualifiziert, musste dann aber wg. Verletzungsgefahr verzichten. 400m-Mann Kai Strauch, noch U 20, bereitete sich auf die Hessischen Jugendmeisterschaften mit einem Sprint über 200m vor. Bei -1,3 Gegenwind mit 23,32 nur 1/10 über seiner Bestzeit laufend konnte er aber nicht das Finale erreichen. Alex Lierke konnte einen Tag nach den 400m ebenfalls nicht an seine Bestzeit herankommen und verpasste das Finale nur um die Winzigkeit von 2/100sec (23,26). In allen Fällen waren die Zeiten durch recht starken Gegenwind beeinflusst. Bei Naomi Heidrich, die wie über die 100m auch bei den 200m bei den Frauen startete, legte der Wind hingegen eine Pause ein (0,0). Mit 27,68 kam sie aber nicht in den Bereich ihrer SB, sodass für sie im Vorlauf Schluss war.

Auch Milan Zengeler (U 18) wagte den Doppelstart 200/400m. Über 200m lief er als letzter von acht Qualifizierten ins B-Finale und zeigte mit 24,44 sec als Dritter eine starke Leistung. Mit fast 3 Metern Gegenwind lief er gegen eine schiere Wand aus Wind. Nach seinem starken Auftritt am Vortag über 100m konnte Marius Moser (U 18) auch über 200m trotz Gegenwinds seine Bestzeit auf 24,69 verbessern. Damit steigerte er seine erst vor 3 Wochen in Weinheim aufgestellten PB über 100 und 200m. Das ist umso bemerkenswerter, als in Darmstadt über beide Strecken teilweise beträchtlicher Gegenwind herrschte (-0,3 bzw. -1,3). Es wird dabei deutlich, dass Marius erst im Ansatz dabei ist, sein Potential zu entwickeln.

Victoria Bruckert und Helena Broj hatten sich nach den 100m auch über die 200m für Darmstadt qualifiziert. Beide gelangten ins B-Finale. Vicky lief mit 28,13 (bei -0,8) nicht so schnell wie im Vorlauf – 28,09 (bei -2,7!) - und landete auf Platz 4 im kleinen Finale. Helena hingegen konnte sich von 29,12 im VL auf 28,68 steigern (beide hatten dieselben Windwerte). Das bedeutete Platz 8 im B-Finale.

FM