LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

4 Titel für Anne Reuschenbach und 3 Titel für Peter Oberließen in der Halle

Bei den diesjährigen Hessischen Seniorenmeisterschaften, die am 8.2.2015 in Stadtallendorf stattfanden, waren die AthletInnen der LG BSN wieder überaus erfolgreich. 10 mal Gold und je 4 mal Silber und Bronze war die beeindruckende Bilanz. Bemerkenswert dabei, dass dabei nicht nur die Läufe ein Pluspunkt waren, sondern auch die Sprünge und Würfe ihren Beitrag zum Gesamtergebnis leisteten.
Am meisten dekoriert wurden Peter Oberließen und Anne Reuschenbach. Peter (M 55) brachte das Kunststück fertig, innerhalb von nur 4 Stunden die 200m (26,03), die 400m und dann noch die 800m zu gewinnen, wobei er über die beiden letzten Strecken jeweils hessische Seniorenrekorde für die M 55 lief – 56,93 bzw. 2:09,87. Es war sein erster Wettkampf nach einem Jahr, da er sich bei den letztjährigen Hallenweltmeisterschaften in Budapest den Ellenbogen gebrochen hatte und daher lange pausieren musste. Auch die MTK Leichtathletin des Jahres 2013, Anne Reuschenbach (W 35), holte sich – trotz einer Magen/Darmgeschichte - drei Einzel-Titel (60m/8,85, Weitsprung/4,77, 60m Hürden/10,60), eine Staffelmeisterschaft und dazu noch einen 3 Platz im Kugelstoßen (10,19). Nach einem Jahr Babypause hat sie erstaunlich schnell ihre Spur wiedergefunden und bereits das Leistungsniveau von 2013 wieder erreicht. Mit ihren Siegesleistungen hat sie jeweils die Qualifikationsnormen für die deutschen Meisterschaften erreicht (wie auch Peter Oberließen), an denen sie Ende Februar in Erfurt teilnehmen wird.

Charly Köhler, vielen hierzulande auch als 5 maliger Sieger des Altenhainer Wuzzelaufs bekannt, holte sich in der Kategorie M 50 über 3000m den Sieg und landete über 800m mit PB auf Platz 2 (2:17,63). Die 800m erwiesen sich überhaupt als medaillenträchtig. Margret Göttnauer (W 60) gewann in ihrer Kategorie (3:04,82), Lutz Drechsler (M 65) landete auf Platz 2 (2:42,93), Judith Scheifler (W 50) auf Platz 3 (2:57,10). Diese Leistungen sind umso beachtlicher, als alle vier normalerweise wesentlich länger unterwegs sind, Judith bei Ultra-Läufen auch gerne mal so um die 8 Std.

Und in der Addition kommen bei der 4x200m Staffel auch 800m zusammen, nur in Stadtallendorf nicht so ganz. Bekanntlich misst die dortige Rundbahn nur 187m, mithin kommen bei 4 Läuferinnen also nur insgesamt 748m zusammen. Da die Wettkampfordnung nun aber keine 4x187m-Staffel vorsieht, verkauft man sie als 4x1 Rd-Staffel – klingt doch viel eindrucksvoller. Hier landeten Sabine Müller, Anne Reuschenbach, Sarah Schraub und Nora Berti einen jener LG-Staffelerfolge, die inzwischen immer wieder wesentliche Elemente der Meisterschaftsauftritte sind – mit Beherztheit und Geschlossenheit diesmal Platz 1 bei der W 30-Kategorie. Bei diesem Quartett lohnt es sich, die Läuferinnen einmal genauer zu betrachten. Startläuferin Sabine Müller ist ja den meisten als erfolgreiche Trainerin und LG-Vorstandmitglied bekannt. Sie ist aber auch gelegentlich noch einzeln aktiv und gewinnt immer mal wieder eine Hessenmeisterschaft. In der LG-Hallenbestenliste hält sie im Weitsprung mit 4,98 (1998) immer noch Platz 1 bei den Frauen (nicht Seniorinnen), über 60m (8,14 in 1996) immer noch Platz 3 und auch über 200m reichen ihre 26,31 aus dem Jahre 1996 ebenfalls noch zu Platz 3. Anne Reuschenbach ist ja bekanntlich unsere vielseitigste Athletin - Mehrkämpferin, aber auch in vielen Einzeldisziplinen zu Hause, u.a. Kreisrekordlerin bei den Frauen (nicht Seniorinnen) im Stabhochsprung und Hammerwerfen. Unvergessen auch ihre Medaillenflut bei den World Master Games 2013 in Turin. Sarah Schraub hingegen gehört(e) schon wieder eher zu den Sprinterinnen. Seit über 10 Jahren tauchte sie nicht mehr in den Ergebnislisten auf, jetzt also ein prima Comeback. Auch Sarahs frühere Leistungen zieren immer noch die LG-Hallenbestenlisten. Allerdings muss man – rückwärts betrachtet – die Frauen überspringen, um sie bei den Jugendlichen und Schülern zu entdecken – 2x Platz 3 bei den U 20 (400m/800m in 2004) – und über 50m, 50mH und 60m bei W 14 bzw. W 16. Bei Schlussläuferinnen Nora Berti denkt man nicht unbedingt sofort an 200m-Hallenläufe. 3. Platz beim Feldberglauf 2011 oder Platz 1 mit der LG BSN-Mannschaft bei den Hessischen Berglaufmeisterschaften 2013 (dazu Platz 3 im Einzel) – das Terrain von Nora ist eher im Gebirge als auf engen Hallenbahnen. Aber das ist ja das Schöne an Staffeln ……..(aller Art)…..

Den zehnten Titel steuerte Vanessa Lemence (W 30) mit ihrem Sieg im Kugelstoßen (W 30) bei; dazu gewann sie Silber über 60m Hürden. Die übrigen Medaillengewinner waren Frank Wiegand, der als 2. über 3000m der M 50 hinter Charly Köhler für einen LG-Doppelsieg sorgte) und Brigitte Lemence (W 60) mit zwei Bronzemedaillen im Weitsprung und Hochsprung.

Weitere Platzierungen gab es für Frank Wiegand, den meisten eher als Marathonläufer geläufig (4. über 800m), Judith Scheifler (4./3000m) und Brigitte Lemence (4./60m).

Thomas Turek und Thomas Zemmerich (beide M 50), sonst regelmäßig Stammgäste auf dem Podium, kamen über 60m nicht an ihre Bestleistungen heran und blieben als 6. und 7. somit bei der Siegerehrung neben dem Podest stehen.

Die Länge der Rundbahn sorgte übrigens noch für ein Kuriosum im 3000m Lauf der M 55. Das Rundenzählen war nicht die Stärke der Kampfrichter und so winkten sie Sieger Charly- Köhler nach 2813m eine Runde zu früh ab. Daher weist die offizielle Ergebnisliste nur Platzierungen, aber keine Zeiten aus.

FM