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Wald- und Weiherlauf in Wildsachsen

Artikel aus dem Wiesbadener Kurier vom 30.9.2013

„Da ist er“ und „Er kommt“, schreien Erwachsene, Jugendliche und Kinder am Tor zum Sportgelände. Seit Minuten fiebern sie der Spitze der Vier-Kilometer-Runde beim 10. Süwag-Energielauf entgegen. Alle sind gespannt, welcher der 28 Starter zuerst kommt. Da rennt die Nummer 138 aus dem Waldweg um die Ecke. Wer es ist, weiß keiner. Trotzdem feuert der ganze Pulk den Jungen an: „Lauf, lauf!“, „Schnell, du bist fantastisch in der Zeit!“, „Zieh durch!“ Kai Strauch gibt noch mal Gas und sprintet nach 16 Minuten und sechs Sekunden durchs Ziel.

Die Menge auf dem Platz jubelt: Der 16-jährige Schwalbacher hat den bisherigen Streckenrekord um 43 Sekunden unterboten. Es bleibt in diesem Jahr der einzige Rekord bei der als Wildsächser Wald- und Weiherlauf bekannten Veranstaltung mit drei Läufen. „Hervorragende Leistung“, ruft Moderator Jürgen Maier und gratuliert Kai. Dafür ist Zeit. Denn nach ihm kommt erst mal keiner. Zweieinhalb Minuten dauert es, bis der zwei Jahre jüngere Jasper Böhm aus Hofheim einläuft. Kai strahlt. Er sei zum zweiten Mal hier, nehme aber jedes Jahr an etwa 40 Wettbewerben von 800 Metern bis zum Volkslauf teil, erzählt der Schüler. Er schwärmt von der im Vergleich „sehr guten Organisation hier“, für die – auch das ist ungewöhnlich – evangelische Kirche und SG gemeinsam sorgen. „Oft kann man nur erahnen, wo die Strecke verläuft“, erklärt Kai. Das sei beim WWW-Lauf ganz anders: „Hier ist sie mit Kreidestrichen genau markiert und es gibt viele Streckenposten, die mich zum Beispiel auch vor Löchern im Boden warnten.“ Dazu gefalle ihm die „abwechslungsreiche Strecke“. Das bestätigen die Wildsachsenerinnen Paulina Knabe, und Mira Köllermeier, die als erstes und drittes Mädchen ins Ziel kommen. „Die Wege sind nicht langweilig gerade“ und „es geht rauf und runter durch den Wald“. Warum sie seit Jahren mitmachen? „Laufen macht Spaß“, sagen beide – Paulina vom Lauftreff genauso wie Mira, die nur privat läuft.

Feuerwehrfrau Kerstin Neumann nickt. Die 26-Jährige trudelt als 27. ein. Aber das ist ihr egal. Im Vordergrund steht auch für sie und ihre Kollegen von der Einsatzabteilung der Spaß an dem Wildsachsener Ereignis. „Wir laufen jeden Donnerstag, um uns fit zu halten“, erzählt Neumann, während sie im Ziel auf Jörn Dillenberger, Mario Hergenröther, Patrick Branke und Sebastian Gerz wartet. Sie sind auf der Zehn-Kilometer-Strecke, die an den Weihern vorbeiführt, und werden in der Teamwertung als Feuerwehr Dritte. Die Einzelwertung der 44 zehn- bis 59-jährigen Starter gewinnen die drei Favoriten in gut 38 Minuten: Zwischen Claudio und Paolo De Bendedictis aus Hattersheim läuft der Lorsbacher Marius Overdick ins Ziel.


FM