LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Torino2013 - World Masters - 8 Medaillen und 7 PB für Anne Reuschenbach

Was für ein Saisonhöhepunkt für Anne Reuschenbach bei den World Masters Games in Turin!

Mit Ehemann Andreas und Tochter Fabienne machte sich Anne Anfang August auf den Weg ins oberitalienische Turin zu den World Masters Games - Torino2013. Diese Seniorenweltspiele finden alle 4 Jahre statt. Anne hatte sich ein fast gigantisches Programm vorgenommen und dieses dann unglaublich erfolgreich durchgezogen. Aber auch Andreas war in seinen beiden Spezialdisziplinen 800m und 1500m aktiv und erreichte bei starker Konkurrenz die Plätze 10 und 8.

Aber viel besser kann Anne das alles selbst erzählen (unterstützt von Andreas):

World Master Games in Turin
Ein großes Ziel für 2013 und dass es so erfolgreich war, hätte ich nicht gedacht: 8 Medaillen und 7 neue persönliche Bestleistungen waren einfach der Hammer.
Aber dazu später mehr.

Wie alles begann
Andreas und ich hatten bereits im März von den World Master Games in Turin erfahren, bei denen auch ich - als "Youngster" der Senioren - teilnehmen durfte. Schnell war klar, dass wir dieses nur alle 4 Jahre stattfindende Event mit über 19.000 Sportlern in 27 Sportarten miterleben wollten.

Die Monate vergingen und die World Master Games rückten immer näher:
Am 3. August früh morgens ging es mit vollbepackt - mit 2 Speeren, einem Hammer, 2 Disken, einem Kinderbettchen, dem Joggerwagen und und und - auf den Weg nach Turin, um pünktlich um 19:00 zur Eröffnung der World Master Games dabei sein zu können.
Die Parade zur Eröffnungsfeier, bei der die Sportler der jeweiligen Sportart gemeinsam, Fahnenschwenkend und jubelnd durch die Gassen von der Piazza Vittorio Veneto zur Piazza Castello zogen, war das erste Highlight des hervorragend organisierten Events. Kurz nach 21h wurde feierlich: "Die Spiele sind eröffnet" verkündet.

Jetzt geht’s los - die Wettkämpfe beginnen
Am Sonntag fingen dann unsere ersten Wettkämpfe an. Andreas war mit den 800m Vorläufen dran und qualifizierte sich als 3. der M35 in 2:12min für das Finale am Montag. Fabienne war als großer Fan mit dabei und feuerte den Papa mit "Papa schneller" mächtig an. Genau eine Stunde später war dann mein erster Start dran - der Gewichtswurf. Die meisten werden diese Disziplin, die Teil des Werferfünfkampfes ist, nicht kennen und mich gegebenenfalls nur das ein oder andere Mal mit einem Mini-Hammer mit Mega-Kugel gesehen haben. Das Gewicht wiegt über 9kg und ist ... einfach nur schwer. Mit 11,44m im 5. Versuch habe ich mich um mehr als einen Meter verbessern können und die erste Goldmedaille um den Hals bekommen.

Am Sonntag war dann ein voller Wettkampf Tag. Ich war mittags mit den 100m Hürden und dem Speerwerfen dran und Andreas am späten Nachmittag mit dem 800m Endlauf.
Auf die Plätze, fertig,... und ab ging es bei ca. 40 Grad über die Hürden: 17,11 Sekunden waren Bestleistung und Goldmedaille Nummer 2. Im Speerwerfen waren 37,53m ebenfalls eine neue Bestleistung und Platz 2 hinter der früheren B-Kaderathletin Wilma Jansen aus Köln.
Bei immer noch 38 Grad wurde dann am späten Nachmittag der 800m Lauf der M 35 gestartet. Andreas konnte durch seine Verletzung im Vorfeld nicht an seine Bestleistungen anknüpfen und dem sehr starken Feld, bei dem die ersten beiden deutlich unter 2 Minuten ins Ziel kamen, nicht folgen. Am Ende standen 2:12 min und Platz 10 in der Ergebnisliste.

Aber nicht alles lief reibungslos
Am Dienstag war "Ruhetag" und wir machten einen Ausflug in den Zoo. Danach wollten wir zum Games Center und das ein oder andere Souvenir zu kaufen - nur leider kam uns etwas dazwischen. In einem 4-spurigen Kreisel fuhr uns eine Italienerin in die Fahrerseite. Sie kein Englisch und wir kein Italienisch - das machte das ganze etwas schwieriger und auch die - nach "schnellen" 1,5 Stunden angekommene Polizei - war dem Englischen nicht mächtig, aber wozu hat man Hände und Füße.... Fabienne kommentierte diesen Unfall wie folgt: "Mamas Auto hat eine große Beule". Aber wir waren ok und das war das Wichtigste. Andreas meidet nun jegliche Art von Kreiseln :-)

Mittwoch war dann der Hammertag und Fabiennes Geburtstag. Eine erneute Bestleistung mit 33,41m, was gleichzeitig neuer Kreisrekord ist, sicherte mir Goldmedaille Nummer 4 und Fabienne einen goldenen Geburtstag mit einem dicken Kuchen.
Am Donnerstag fing es an aus Kübeln zu regnen. Die Bahn stand mit 5 cm unter Wasser und der Diskuswettkampf drohte ins Wasser zu fallen. Gott sei Dank hörte der Regen über den Mittag auf und die Bedingungen waren gut. Mit voller Motivation ging es in den Diskusring. Mit den Altersklassen W35 und W40 war es ein starkes Teilnehmerfeld. Schon im ersten Versuch hab ich mich an die Spitze der W30 gesetzt und im letzten Versuch mich auf 37,86m steigern können. (Platz 1). Im Gesamtklassement aller weiblichen Altersklassen war dies die 2. beste Weite des Tages.
Beim Weitsprung am Abend meinte es das Wetter nicht so gut mit uns und wir mussten bei strömenden Regen unseren Wettkampf durchziehen. Mit 6 weiteren Athletinnen machten wir uns auf, um die Schlammgrube zu "erkunden". Im 3. Versuch wurden 4,84m (PB) gemessen, was Platz 3 bedeutete. Wir sahen danach aus wie Schweinchen, die sich im Matsch gesuhlt haben.
Andreas war am Freitag dann wieder mit 1500m dran. Er heftete sich an eine Gruppe dran, die um den Bronzerang kämpfte und lag bis zur abschließenden Runde noch gut. Dann ging aber die Post ab und er musste leider abreißen lassen. Letztendlich wurden 4:35min gestoppt, was Platz 8 bedeutete.

Samstag - letzter Tag und eigentlich schon platt
Der Wurfmehrkampf und die 4x100m Staffel sollte den Abschluss des Events bilden. Ich lief bei der Staffel an Position 1 und schnappte mir gleich die vor mir laufende Russin. Auf gleicher Höhe mit der Staffel aus Kanada/USA liegend ... stürzte unsere 3. Läuferin beim Wechsel, reagierte aber perfekt und übergab den Stab an Läuferin Nr. 4, was uns noch die Silbermedaille sicherte.
Im Wurfmehrkampf war dann bei mir kopftechnisch die Luft raus. Dennoch standen am Ende 2.758 Punkte auf dem Konto (PB) und eine weitere Silbermedaille.

Zurück nach Deutschland
Mit einer tollen Erfahrung und vielen positiven Eindrücken sind wir zurückgefahren. 19.000 Sportler, die mit einheitlichen T-Shirts, Akkreditierung und Rucksack durch die Straßen von Turin pilgern, super Wettkämpfe und neue Freundschaften waren einfach toll. In 4 Jahren sind die World Master Games in Auckland, Neuseeland - vielleicht auch wieder mit uns.

Anne






FM