LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Impressionen aus Wetzlar (4x400m w U 20)

Friederike Preyer, Denise Wagemans, Lena Naumann und Ellise Meyer (alle LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain) – das sind die Hessenmeisterinnen über die 4x400 Meter der Jugend U20. Die vier erzählen von ihrer Nervosität vor dem Lauf, ihrem perfekten Staffel-Rennen und von der Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften.

„Magenschmerzen“, das war es, was Friederike Preyer am Morgen des Rennens hauptsächlich spürte. „Ich war so aufgeregt!“. Die Newcomerin ist erst seit einem Jahr bei der LG BSN dabei und hat auch vor einem Jahr erst mit Leichtathletik angefangen. Sie scheint nun in der richtigen Sportart gelandet zu sein, denn ihr wurde sogleich die Aufgabe als Startläuferin, die Staffel gut ins Rennen zu bringen, ohne Zweifel zugetraut. „Ich habe mich gar nicht davon abschrecken lassen, die Startläuferin zu sein, ich sollte einfach mein Rennen laufen und das hat sehr gut geklappt!“, erzählt sie. „Nach 200 Metern konnte ich sogar einen kurzen Blick auf die Zeitmessung werfen und da habe ich gesehen, dass ich genau richtig angegangen bin. Ich wollte auf keinen Fall einen Rückstand verursachen und habe auch auf den letzten 50 Metern nochmal versucht Gas zu geben.“
Friederike übergab das Staffelholz an Denise Wagemans, die an diesem Tag, ihr erstes 400-Meter-Rennen bestritt und ebenfalls mit ihrer Nervosität zu kämpfen hatten. „Aber sobald ich das Holz in der Hand hatte, habe ich an gar nichts mehr gedacht, da bin ich nur noch gelaufen.“

Frederike und Denise wechselten als dritte Staffel, den führenden dicht auf den Fersen. Gleich in der ersten Kurve lief Denise auf Platz zwei vor und kämpfte sich immer weiter an die führende Läuferin heran. Ausgangs der zweiten Kurve ließ sie auch diese hinter sich und überreichte Ellise Meyer das Holz mit einem knappen Vorsprung. „Mein Ehrgeiz und die Motivation, auch für die anderen alles zu geben, haben mich nach vorne getrieben“, erklärt sie.
Sobald Ellise das Staffelholz sicher in ihrer Hand hatte, ging nur noch eines durch ihren Kopf: „Jetzt kriegt mich keiner mehr!“. Die Erfahrenste 400-Meter-Läuferin in der Staffel ging ihr Rennen sehr schnell an. „Zwischen 100 und 200 Metern musste ich mich ein bisschen bremsen, um am Ende nicht zu sehr einzugehen“, verrät sie. Ellise baute mit ihrem starken Lauf einen Vorsprung von etwa 100 Metern aus. „Als ich das Holz an Lena abgegeben hatte, wusste ich, dass uns jetzt keiner mehr einholen würde. Da kam es nur noch auf die Zeit an.“

„Als Ellise die Zielgerade runterkam mit einem Vorsprung von 100 Metern, habe ich mich schon gefreut, die letzte Runde laufen zu dürfen“, erzählt Lena Naumann, die als Schlussläuferin das Staffelholz sicher ins Ziel brachte. Trotz ihres Vorsprungs, ließ sie nichts anbrennen. „Als ich an der Zeitmessung nach 200 Metern vorlief, habe ich 3:23 auf der Uhr gelesen. Da hab ich kurz überschlagen, dass mir noch mehr als 40 Sekunden für die letzte halbe Runde blieben, da die Deutsche Quali 4:10 Minuten ist. Die würde uns also schon keiner mehr nehmen können“, erinnert sich Lena und ließ sich auch den Sieg nicht mehr nehmen. „Im Ziel habe ich noch unsere Siegerzeit von 3:58,24 Minuten auf der Uhr gelesen, dann ist mit schon Ellise in die Arme gefallen, dann die anderen Mädels.“, sagt sie.

Mit ihrer Zeit befinden sie sich auf dem vierten Platz der aktuellen Deutschen Bestenliste. „Dass wir schnell sind, haben uns alle zugetraut, erzählt Lena „aber dass wir so schnell sind, hat dann doch einige überrascht.“ Nicht aber Ellise: „Ich wusste, wenn wir alle im Schnitt 60 Sekunden laufen, haben wir die Quali schon sicher und da Lena und ich auf jeden Fall schneller als 60 Sekunden laufen können, hat mich unser Ergebnis gar nicht so sehr überrascht. Aber es natürlich ein ganz besonders gutes Gefühl die Zeit auf der Uhr zu sehen und zu wissen, dass man es wirklich geschafft hat.“
„Dass wir die Quali so locker schaffen werden und mit einem Abstand von 19 Sekunden zu den anderen Staffeln Hessenmeister werden, hätte ich nie gedacht, auch wenn Ellise mir unsere guten Chancen schon vorgerechnet hatte. Ich freu mich jetzt so sehr auf die Deutschen“, strahlt Denise und Fritzi fügt hinzu: „Ich dachte mir, die Quali zu schaffen wäre auf jeden Fall toll, aber ehrlich gesagt habe ich nicht mit dem Titel gerechnet, da war ich wirklich überrascht.“ Die Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid können sie jetzt schon kaum mehr erwarten und sie sind sich alle vier einig, was sie dort erreichen wollen: „Final-Teilnahme!“.(LN)






FM