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Uwe Martin beim Koasalauf 2011 in St. Johann (Tirol)

Uwe M. auf "Dünnen Brettern" in Tirol unterwegs

Nachdem im letzten Jahr die Triathlon-Langdistanz erfolgreich absolviert war, wollte ich auch im Winter einmal die Ausdauer bei einem Wettkampf testen.
Im Urlaub, als Abwechslung zum Alpin-Skifahren schon mehrmals gestestet, hatte ich mir beim Langlauf in Skatingtechnik die beste Konkurrenzfähigkeit und den meisten Spaß ausgerechnet.

Ganz unbedarft wollte ich dann aber doch nicht an die Sache herangehen.
Zwei große Nachteile hat man natürlich als Flachlandtiroler beim Wintersport in Kauf zu nehmen. Man muss für Training auf Schnee jede Möglichkeit nutzen, was aber in unseren Breiten nur sehr eingeschränkt möglich. Außerdem ist die Anreise zu einem Wettkampf wegen der erwarteten Schneesicherheit eher langwierig.

Ziel war es, nach einem kurzen, aber knackigen Training eine moderate Einstiegsdistanz zu bewältigen.

Im Jahr der Nachtriathlonerholung blieben die ganz knackigen Einheiten mangels Motivation dann doch auf der Strecke. Spaß sollte es ja auch machen. Neben langen Läufen standen noch Eisschnelllauf, Inlineskaten und Skiking auf dem Programm. Das sind eine Art Skiroller mit großen Rädern, gut geeignet, das nötige Gleichgewicht zu finden und die Skatebewegung nachzuempfinden. Immerhin waren am Ende auch 5 Einheiten auf Schnee dabei.

Am besten passte letztlich sowohl vom Termin als auch der Länge der Koasalauf in St.Johann in Tirol ins Konzept. Der wurde 2011 bereits zum 39. Mal ausgetragen und hat immerhin etwas mehr als 2000 Teilnehmer bei 6 Wettbewerben.
Samstag war Klassik- und Kindertag. Wegen des bescheidenen Wetters (warm und regnerisch) verkrümelte ich mich nach einer kurzen Besichtigung des Anfangs der Wettkampfstrecke in die Sauna des wunderschönen Schwimmbades von St.Johann.
Dort sind auch Anmeldung, Verpflegung und Siegerehrung zum Wettkampf-wochenende in der umfunktionierten Tennishalle untergebracht. Eintritt zum Schwimmbad ist zudem für alle Teilnehmer frei.

Sonntagmorgen war ich seit ewiger Zeit mal wieder richtig aufgeregt. Wegen der Vielzahl bestausgerüsteter Cracks habe ich mich entschlossen, demütig im hinteren Teil des Feldes Aufstellung zu nehmen. Vor einer Übersäuerung wegen zu hohem Anfangstempo hatte ich ebenfalls Angst. Letztendlich eine gute Entscheidung.

Noch am vorhergehenden Wochenende war die gesamte Loipe der Mittel-(28km) und Langstrecke (50km) in einem Topzustand. 4 Tage Temperaturen über dem Gefrierpunkt, dazu immer wieder Regen, hatten der Strecke erheblich zugesetzt.
War die Mittelstrecke bereits für die Klassiker am Tag zuvor um 3km gekürzt, erwischte es Skatemarathonis mit einer Verkürzung um 14km. Da hatte ich kurzfristig in Erwägung gezogen, auf die lange Strecke zu wechseln. Zum Glück nur kurz, erwiesen sich doch die gelaufenen 25km als genug für mich als Ersttäter. Obwohl der Anfangsanstieg nicht zu bewältigen war, wurde die Strecke wegen der steigenden Temperaturen mit zunehmender Dauer immer tiefer und schwerer. Mit diesem Handicap hatten allerdings die meisten der 360 Starter über diese Distanz zu kämpfen. Und das Gefühl aus dem Training, dass nach genau dieser Strecke die Kräfte langsam nachlassen, hat sich auch im Wettkampf voll bestätigt.

Am Ende stand nach 1:34 h in knapp 18km/h Stunde ein guter Mittelfeldplatz zu Buche. Nur in der Altersklasse der ehrgeizigen 40-er ist noch Luft nach oben.
Eine wichtige Erkenntnis dieser Reise nach Tirol war, dass mit Kraft allein die noch unausgereifte Technik nicht, wie bei anderen Ausdauersportarten zu kompensieren ist.

Etwas mehr Power aus den Oberarmen, intensiveres Gleichgewicht und Techniktraining sind die weiteren "must's" vor dem nächsten Versuch.





Natürlich steht auch ein noch etwas höheres Ziel in der Zukunft. Neben dem Vasa-Lauf in Schweden, steht der Engadien-Skimarathon über klassische 42km in der Nähe von St. Moritz in der ganz engen Auswahl. Aber bis dahin werden noch einige m3-Wasser den Main herunter laufen und, wenn die Winter so streng bleiben, noch einige Zentimeter Schnee in Kelkheim fallen.

Für Nachahmungswillige: www.koasalauf.at

St.Johann (Tirol), 13.02.2011

Bilder

sg