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New York, ich komme…Bericht von Irene Bell

als am 06.08.2009 das Telefon klingelte und mir mitgeteilt wurde, dass ich eine Reise zum New York Marathon gewonnen habe, hatte ich mit einem Schlag drei Probleme:

1.auf Grund meiner Magenprobleme wollte ich eigentlich nie wieder Marathon laufen
2.wie bringe ich meinem Freund, der mich zu diesem Gewinnspiel animiert hat, bei, dass die Reise zum Marathon nach New York nur für eine Person ist
3.wie bekomme ich von meiner Chefin Urlaub (meine Urlaubstage für 2009 sind/waren insbesondere wegen meiner Trekkingreise nach Patagonien verplant)

Ich überlegte nicht lange: der Marathon in New York ist etwas ganz Besonderes. Dafür kann man auch mal einen Grundsatz aufheben; für Thomas wurde kurzerhand nachgebucht und meine Chefin konnte ich am nächsten Tag davon überzeugen, dass diese Reise eine gute Gelegenheit ist, Überstunden abzubauen. Lieben Dank dafür.
Jetzt stand unserer Reise nichts mehr im Wege. Irgendwann war dann die Zeit der Vorfreude vorbei und New York wurde trotz Nebel pünktlich erreicht. Schnell ging es mit dem Shuttle nach Manhattan.

Im Hotel angekommen, machten wir uns sogleich auf den Weg um unsere Startnummer auf der Marathonmesse abzuholen. Die Messe war ein Paradies für uns. Laufschuhe und Laufbekleidung dank des Dollarkurses zu Schnäppchenpreisen. Hoch lebe die Kreditkarte! Nach erledigter Pflicht und einem kurzen Abendessen stand dem nächsten Sightseeingtag nicht mehr im Wege. Der tolle Sonnenaufgang an der Skyline von New York lies uns realisieren, dass wir am Sonntag wirklich an einem der begehrtesten Marathons der Welt teilnehmen würden. Einige Läufer gaben ihrer Form den allerletzten Schliff und wir schauten uns insbesondere den hügeligen Schluss des Marathons an. Immerhin sind 400 Höhenmeter zu bewältigen.
Brooklyn, Manhattan, Ground Zero, Statue of Liberty etc. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten wurden erkundet. Des weitern wurde natürlich ordentlich eingekauft.

Am Samstagabend stand die Nudelparty auf dem Programm. Bei Carboloading mit italienischer Pasta, amerikanischem Patriotismus und GoGo-Girls kam echtes Marathonfeeling auf.

Dann war es endlich soweit. Sonntagmorgen. Raceday. Um 5.00 Uhr klingelte der Wecker.Ein kleines Frühstück im Zimmer und dann ging es um 6.00 Uhr ab nach Staten Island.

44.000 Läufer sollten pünktlich zum Start an der Verazzano-Bridge kommen. Eine organisatorische Meisterleistung. Am Startgelände angekommen suchten wir uns erst mal ein Plätzchen um uns vor dem Lauf ein wenig auszuruhen und zu stärken. Die Zeit bis zum Start verging wie im Fluge. Mit etwa 12 Grad herrschte optimales Laufwetter.

Um 10.00 Uhr ging es für uns mit der 2. Welle los. Das schon oft im Fernsehen verfolgte Startgeschehen verursachte Gänsehaut. Die unzähligen anfeuernde Zuschauer und Bands begleiteten uns durch Brooklyn und Queens. Bei Kilometer 25 erreichten wir nach Überqueren der Quensboro-Bridge Manhattan. War die Stimmung bisher schon gut, so wurde sie nun noch übertroffen. Auf der 6,4 km langen First Ave standen auf beiden Straßenseiten die Fans in mehreren Reihen und feuerten uns frenetisch an. Durch Harlem und die Bronx war es etwas ruhiger. Langsam begannen bei uns die Beine und Füße zu schmerzen (sollte sich jetzt das viele Shoppen rächen?). Bei Kilometer 35 auf der Fifth Ave. Glaubten wir uns dem Ziel schon Nahe. Wir waren immerhin schon am Central Park. Fast zu Hause. Die Betonung liegt auf fast. Die enthusiastischen Zuschauer leisteten ganze Arbeit und schrieen uns die Schlußberge hoch. Gatorade, Wasser und Gels gaben uns die notwendigen Energieschübe.

Nach 4 Stunden 20 min war es geschafft. Als 22.286 und 22.287 finishten wir den 40. New York Marathon. Ein geniales Gefühl. Überglücklich machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Bei bestem italienischem Essen klang der unvergessliche Tag aus. Zum 50. New York Marathon kommen wir wieder(ib).

Bilder
sg