LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Zwei Wahl-Franken beim "Leipziger-Halbmarathon"

Anfang des Jahres erwägten Roberto und Di Stephano (Stephan Mayer), dem 33. Leipzig Marathon - am 19.04.09 - einen kleinen Besuch abzustatten. Dieser bietet sich an, da man den Wochenendausflug mit einem Heimatbesuch von Roberto verbinden kann und sich der Wettkampf gut in die Vorbereitung der sommerlichen Tria-Veranstaltungen integrieren lässt.

Im Grunde haben wir beide uns nicht direkt auf den Wettkampf vorbereitet, sondern spulten die letzten Wochen brav unser Lang- bzw. Mitteldistanz Training ab. In der Wettkampfwoche haben wir zwar etwas Gas rausgenommen, aber trotzdem standen noch Schwimm-, Rad- und Laufeinheiten auf dem Plan. Am Freitag wurden die Beine geschont. Am Samstag ging es am Morgen mit einem sensationell günstigen Sparpreis-Ticket der Bahn-Ausspionierungs-AG gen Norden… jedoch auf der Hinfahrt nur in einem IC und nicht wie auf der Rückfahrt, mit einem ICE... was Roberto gleich die Stimmung vermasselte :) Wer sich aber über Ostern einem spontanen Radtrainingslager in Italien anschließt und deshalb die Buchung der Reise nicht übernehmen kann (so ein Ärger), muss sich halt mit dem zufrieden geben, war er kriegt... Ätsch :)

Die nächste Überraschung ließ nicht lange auf sich warten. Der Zug nach Leipzig hatte Verspätung (auch das noch) und somit verpassten wir den Anschlusszug nach Oschatz, trotz spontanem Zwischensprint durch den Verbindungstunnel der Bahngleise. Nach kurzer Nachfrage beim Bahnpersonal über die nächste Verbindung zum Zielort, gewann ich souverän einen Kasten alkoholfreies Weizen gegen Roberto, da wir die Dame nicht richtig verstanden hatten, somit erneut den Inhalt des Gesagten nachfragen mussten und über das „wer-hat-was-nun-richtig-verstanden“ eine kleine Wetter abschlossen :) Nach der Aufführung eines einstudierten Freundentanzes :) ging es mit dem nächsten ICE nach Riesa und von dort aus mit Taxi-Mama ins Nachtlager nach Oschatz.

Nach Begrüßung und Aufarbeitung der neusten Neuigkeiten streiften wir uns noch zu einer lockeren Runde unsere hocherotischen-High-End-Hingucker-Kompressionssöckchen über und machten auf den 4 Km so allerlei nützlichen und/oder unnützlichen Blödsinn... wie Gazellenhaftes Rückwärtslaufen, Beine-hier-und-da-überkreuzen und Bugs-Bunny-Hopser. Man muss sich ja an den Plan halten auf dem zu lesen war: „30 Minuten spielerisches Laufen“ :)

Wir entschieden uns, noch am Abend die Startunterlagen in Leipzig abzuholen. Dies erwies sich aus organisatorischer Sicht äußerst sinnvoll. Wir fuhren den Weg mit dem Auto zu Start ab und sparten uns das Hektikverursachende Abholen der Unterlagen am Wettkampftag.
Wie bei so gut wie jeder größeren Veranstaltung, war auch diesmal wieder eine Pasta-Party im Startpreis enthalten. Ich weiß auch nicht, was mich jedes Mal dazu treibt, am Vorabend zwischen hunderten von Läufern mein Leben beim Durchboxen zu einer kleinen Theke zu riskieren, dabei mein Immunsystem noch mal auf die Probe zu stellen, um mir von den Helfern eine Einheitskohlenhydratpampe aus Bundeswehr-Bottichen in einem Plastiksuppenteller servieren zu lassen, die von der Menge her zum Gluten... ähhh... Glykogenspeicher ;) auffüllen nicht ansatzweise ausreicht, aber ja sowieso nicht wirklich als Gaumenschmaus bezeichnet werden kann. Ich glaube es ist die jedesmal neu aufflammende Hoffnung, auf eine angemessene Pasta bzw. der naive Gedanke „juchuuu... es gibt ja was umsonst... also her damit“ :-)
Nach dem 2-Sterne-Penne-Eintopf war es noch Zeit, mein Teilnehmershirt abzuholen... an den ersten offiziellen auf Zeit gelaufenen Halbmarathon will man sich ja schließlich ein Leben lang erinnern und das T-Shirt voller Stolz bei nahezu jeder Gelegenheit tragen und vorzeigen :) Schon auf der Homepage war im Vorfeld zu lesen „Das Geheimnis ist gelüftet! Die Teilnehmer-T-Shirts des diesjährigen LEIPZIG MARATHONS sind eine Schöpfung des bekannten Leipziger Malers Michael Fischer-Art.“ Ich muss zugeben, der Maler sagte mir vom Namen her nichts, aber natürlich wuchs die Vorfreude auf ein schönes Teilnehmershirt, wenn ein Profi-Maler seine Kunst demonstriert. Allerdings lassen sich die Gesichtsausdrücke von mir und Roberto nicht in Worten beschreiben, als ich mein Shirt überreicht bekam :-O Als klar war, dass die Ausgabedame mir nicht das falsche Shirt gegeben hatte (es gab ja nur ein Design) wandelte sich der Mix aus Überraschung und Ungläubigkeit in einen spontanen Lachanfall, der auch durch ähnliche Reaktionen anderer Starter verstärkt wurde. Aber seht selbst: http://www.leipzigmarathon.de/images/shirt09/bild1.jpg Nunja... über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber ich für meinen Teil tue mich mit der Aussage von Vorjahressieger Matthé, etwas schwer: „Das ist das schönste Teilnehmer-Shirt, das ich bisher bei Marathons gesehen habe. Ein absoluter Hingucker und nicht eines dieser vielen 0815-Shirts, die im Schrank verschwinden.“ Ohne Scherz... vielleicht benötige ich einfach noch etwas Zeit zur Gewöhnung an dieses „etwas andere“ Shirt :)
Nach einem Abstecher beim Italiener im Barfußgäßchen in der Leipziger Innenstadt, um noch die fehlende Menge Kohlenhydrate aufzunehmen und genüsslichem Schlürfen von Milchshakes im „White Choclate“ ging es wieder nach Oschatz, um die semiprofessionelle Wettkampfvorbereitung vorbildlich mit genügend Schlafstunden abzuschließen ;)

Nach dem empfohlenen Standardfrühstück mit Bananen-Honig-Schnitten, ging es vollbepackt in Richtung Leipzig, um von dort aus direkt nach dem Wettkampf die Heimreise (im ICE) anzutreten. Robertos Mum stand uns organisatorisch / moralisch am kompletten We fabelhaft zur Seite und hatte eine schier endlose Geduld, als sich Roberto und ich uns dann am Auto (etwa 1 Km vom Start entfernt) in die LG BSN-Vereins-Wettkampfmontur warfen. Da fällt schon einiges an... Schweißband (nur Di Stephano), Forerunner, Kompressionssöckchen, Chipband, Startnummerband und der Visor zum Haare bändingen (nur Roberto). Was sein muss, muss sein :)
Ein Riesendankeschön an dieser Stelle für die Unterstützung / Unterkunft von Robertos Mum. Vielleicht wird Sie diesen Artikel ja auch mal lesen.

Das eigentliche Ereignis ist nun schnell erzählt. Alles ganz entspannt... Roberto finished in 1:29h und ich in 1:32h. Achso simmt... der Wettkampf ist ja eigentlich der Höhepunkt des Artikels (man könnte anderes vermuten). Also gut... ein paar mehr Details können es schon sein :)

Nach dem Anfeuern einiger bereits laufender Marathonis, kurzem Warmmachen, dem Verfolgen des Zieleinlaufs des ersten Marathon-Mannes in 2:31h (Hut ab) und der ein oder anderen Pinkelpause, fiel mit 2 Min Verspätung endlich der Startschuss, bei optimalen äußeren Bedingungen von ca 17°, Sonne mit ein wenig Wind.
Wer mich kennt wird sich nicht wundern, dass ich mich für eine defensive Taktik entschied ;) Zwischen Km 2 und 9 waren beängstigende 40 Höhenmeter zu meistern. Nunja... da es mein erster Halber war und ich eine Zeit von unter 1:35h anpeilte, hielt ich mich anfangs brav zurück, lief einen 4:33er Schnitt, merkte mir die Läufer, die ich später wieder einholen würde ;) genoss den Lauf und betrachtete die ein oder andere Sehenswürdigkeit. Im Nachhinein wäre evtl eine noch etwas schnellere Zeit möglich gewesen, denn es fiel mir schwer meine Vorgaben einzuhalten und das Tempo zu drosseln. Ich fühlte mich rundum wohl... perfektes Wetter, kein Zipperlein... aber gut. Ich hatte schon etwas Respekt vor Km 16/17... wie fühlt man sich da, wenn man schon von Anfang an Anschlag läuft? Bei Km 11 hatte ich dann jedoch genug... ein Gel verdrückt und ab dafür. Es waren noch 10 Km und diese Distanz kann ich mittlerweile recht gut einschätzen. Am Wendepunkt bei Km 12 klatschten Roberto und ich ab. Zu diesem Zeitpunkt war er etwa 3 Min vor mir, was sich auch bis zum Schluss nicht mehr ändern sollte. Hintenraus war dann beißen angesagt. Um insgesamt auf einen 4:23 Schnitt zu kommen, war auf den letzten 10 schließlich im Schnitt etwa eine 4:13 nötig... soviel zum Thema Renneinteilung ;)
Ich für meinen Teil bin trotzdem mit diesem „Testlauf“ sehr zufrieden. Ich fühlte mich beim Lauf und danach super. Bei gescheiter Vorbereitung, sollte <1:30h im Oktober in Nürnberg beim Stadtlauf möglich sein und auch Moret kann nun kommen. Roberto hatte sich eine etwas schnellere Zeit vorgenommen, aber er blieb unter 1:30h... von daher... 1a und Daumen hoch. Wenn wir dann in geschätzten zwei Tagen wieder Treppenstufen schmerzfrei im Normaltempo bewältigen können ;) gehts in die weitere Vorbereitung für Roth und Moret. Motivation und Spaß am Training sind nach solch einem tollen We und Wettkampf in ausreichendem Maß vorhanden :)

Danke fürs Lesen, allen weiterhin viel Spaß und hoffentlich verletzungsfreies Training,
Di Stephano


sg